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Janz „Berlin“ war eene Wolke - wir mit der MK warn mittendrin. Jahresfahrt der MK – Frechen in unsere Hauptstadt Berlin vom 09. - 13. April 2014


Wie jedes Jahr stand traditionsgemäß auch in diesem Jahr wieder eine mehrtägige Reise mit den Mitgliedern der MK und des Chanty-Chors auf der Tagesordnung.Der Vorstand hatte dieses Jahr als Reiseziel Berlin ausgesucht.Zuerst waren die Anmeldungen zu dieser Reise so spärlich, dass Josef Nathan, als Organisator der Reise, schon befürchten musste, die Reise abzusagen.Da wir mit dem Bus reisen wollten, war eine ausreichende Zahl von Teilnehmern erforderlich, um einen einigermaßen moderaten Reisepreis zu kalkulieren.

Nun gut, im nachhinein haben sich dann ganz am Ende der Anmeldefrist doch noch genügend Teilnehmer gemeldet, sodass die Tour durchgeführt werden konnte. Der Bus war bis auf wenige Plätze voll geworden und am 9.4. ging es mit dem Fahrer Werner der Firma Buresch von unserem Marineheim „Windrose“ um 8.00 Uhr erwartungsvoll auf die Autobahn Richtung Berlin. Selbstverständlich war vor der Abfahrt des Busses jede Menge „Marketenderware“ für die Reise an Bord gebunkert worden. Denn ihr wisst ja, ohne gute Verpflegung an Bord geht gar nichts. Josef hatte mit seiner erprobten „Service-Crew“  alles zusammengestellt, was für ein leckeres Frühstück unter freiem Himmel  auf einem geeigneten Autobahnparkplatz erforderlich war. Wir hielten an der Raststätte in  Rynern  an,  um dort  auf dem Parkplatz unser Frühstück  einzunehmen. Viele Hände waren dann beim Ausladen behilflich. Nach einigen Stunden Fahrt, auf denen wir dem Ziel Berlin zügig voran gekommen waren, hatten wir alle Hunger und Durst. Das Wetter war zwar etwas kühl, aber Kaffee, Bier und Sekt sowie die obligatorischen frischen Brötchen mit Käse und Fleischwurst wurden von uns allen mit großem Appetit verspeist. Frisch gestärkt und gut gelaunt ging es danach wieder an Bord unseres Reisebusses, weiter unserer Hauptstadt entgegen. Unser Busservice - Liesel Hamacher, Hannelore Nathan, Bert de Roode und Josef Nathan - begannen, die „Passagiere“, mit den unterschiedlichsten Getränken zu verwöhnen. Hierbei war eine Arbeitsteilung zu beobachten. Liesel und Hannelore waren überwiegend für Sekt und den geliebten Eierlikör zuständig. Die beiden Bert und Josef für die etwas härteren Getränke. Dank an euch, ihr habt dafür gesorgt, dass keiner zu kurz kam und wunschgemäß versorgt wurde. Eins möchte ich aber anmerken: „Der Eierlikör, eigentlich mehr für die weiblichen Passagiere vorgesehen, schmeckte auch den Männern recht gut.“ Hier sind Franz, Wilfried und Norbert zu benennen, die sich diesen Likörrunden gerne anschlossen. Unser Busfahrer Werner konnte die gesamte Strecke von Frechen bis Berlin ohne nennenswerten Stau bei trockenem Wetter  durchfahren. Unser Ziel, das Parkhotel Blub, im Südosten des Berliner Zentrums gelegen, erreichten wir gegen 17.30 Uhr. Wir waren angekommen in der Spree-Metropole - Berlin mit seinem einzigartigen Flair.                                                 

Nach Übernahme unserer Zimmerschlüssel hatten wir Zeit bis zum Abendessen um 19.00 Uhr. Treffpunkt war im lichtdurchfluteten Palmgarten-Restaurant „Le Jardin“ des Hotels, wo wir uns  an einem leckeren Buffet bedienen konnten. Nach dem Abendessen trafen sich dann noch einige Durstige an der Hotelbar um ein „Helles“ zu trinken. Die meisten zog es aber auf ihre Zimmer, um für den kommenden Tag Kraft zu tanken.                                        

Es ist Donnerstag, der 10.4.2014,
das Wetter ist einigermaßen zufriedenstellend. Nachdem wir uns am Frühstücksbuffet gestärkt hatten, wartete unser Busfahrer auf uns, um mit der ganzen Mannschaft Berlin bei einer Stadtrundfahrt zu erkunden. Vor der Abfahrt vom Parkhotel Blub, kam noch der Berliner Fremdenführer Alexander an Bord. Allerdings kein Berliner, sondern Grieche. Dieser Bursche in Deutschland geboren, war mit einer  lockeren „Berliner Schnauze“ ausgestattet. Nach dem Motto „det is keen Jedicht nich, sonnern nur een Spruch“ Wir sahen auf dieser großen Stadtrundfahrt viele bekannte und unbekannte Sehenswürdigkeiten, die uns Alexander ausführlich und mit vielen Details in einwandfreiem Deutsch erklärte. Die vielen Eindrücke im Einzelnen zu schildern, würden diesen Bericht unendlich machen. Ich denke, alles was wichtig und sehenswert ist haben wir gesehen, auch die einzelnen Stadtteile von Berlin mit ihren unterschiedlichen Strukturen waren im Programm eingeschlossen. Es war eine ungemein spannende Rundfahrt, vor allem für diejenigen die noch nie in Berlin waren. Total beeindruckend auch die Bauleistungen mit den vielen neu erstellten Gebäuden seit der Wende.

An den vielen Baukränen war zu erkennen, dass die Bautätigkeit in Berlin noch lange nicht beendet ist, und sich die Stadt weiter stark verändern und entwickeln wird. Der Charme und Witz des „Berliner Griechen“ mit dem er die Reiseerklärungen vortrug, waren wirklich sehr amüsant und gleichzeitig lehrreich. Die Fahrt wurde natürlich am Brandenburger Tor zur Besichtigung und zum Fotografieren unterbrochen. Ebenso wie am berühmten „Checkpoint- Charly“. Hier war noch ein wenig von den vergangenen Zeiten zu erahnen und viel, viel Rummel.

Mit an Bord auch Sonja Wolf, eine langjährige Arbeitskollegin und Freundin von Josi Buir, die in Berlin wohnt, und bei der Planung der Reise Josef Nathan tatkräftig mit Rat und Tat unterstützte und uns zudem bei unseren Ausflügen als sachkundige Reiseleiterin begleitete. Sonja war diejenige, die vor Ort z.B. keine Mühen und Wege gescheut hat, ein Restaurant zu suchen, das groß genug war, sowie gut und preiswert, um unsere Reisegruppe aufzunehmen und zu beköstigen. Sie hatte einen Stadtführer organisiert, der uns Berlin mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten lebendig und kenntnisreich bei der großen Stadtrundfahrt erklärte. Dieses ist nur eine kleine Aufzählung ihrer Bemühungen, die Reiseplanung zu unterstützen, die nicht vollständig ist, aber dem Leser einen kleinen Einblick ihres Engagements geben soll. Wenn ich  also „Josef & Co.“ schreibe, dann meine ich auch Sonja, ohne deren Mitarbeit die Organisation der gesamten Reise nicht so gut funktioniert hätte. Sonja, eine angenehme Begleitung, bei der wir uns hier nochmals ausdrücklich bedanken möchten. Ich hatte das Glück, dass mein Sitznachbar im Bus, unser „Berliner“ Franz Scholz, mir viele Details während der Fahrt erklären konnte. Ich weiß jetzt auch in welchem Gebäude unser Franz vor über 65 Jahren seine Ausbildung gemacht hat. In einem alten Ziegelsteinbau, der den Krieg unbeschadet überstanden hat. Für mich war dies eine Reise in die Stadt meiner Großeltern und die Geburtsstadt meins Vaters. Bisher war ich noch nie in Berlin. Es wurde wirklich Zeit, dass ich das jetzt einmal  erleben konnte. Ich kannte Berlin bisher zwar nicht, dafür aber die Berliner Sprache; denn meine Großmutter hat mehr oder weniger nur Berliner Dialekt gesprochen und wohnte später bei uns im Haus in Köln. Ich besitze noch den grünen Reisepass meines Großvaters Paul Möller aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, in dem als Staatsangehörigkeit „Preußen“ eingetragen ist. Weiter ist in diesem Reisepass ein „Visum“ für die Niederlande eingetragen, welches zu diesem Zeitpunkt erforderlich war, um nach Holland einreisen zu können. Dies eine kleine persönliche Geschichte. Nach der Stadtrundfahrt in Berlin, unser Fremdenführer Alexander war von Bord gegangen, nicht ohne ein ordentliches Trinkgeld von allen zu bekommen, ging es Richtung Potsdam. Ich war überrascht, dass Potsdam doch ein ganzes Stück von Berlin entfernt liegt. Wir hatten die Großstadt Berlin mit ihren beeindruckenden Gebäuden, Plätzen, Brücken, Flüssen, Kanälen und lebhaftem Verkehr verlassen und fuhren nun durch eine von Landwirtschaft und viel „Gegend“ geprägte Landschaft. Nach einem Abstecher nach Charlottenburg und dem Schloss Sanssouci, wo eine Außenbesichtigung des Geländes möglich war, ging es weiter nach Potsdam ins „Holländische Viertel“. Hier hatten wir Freizeit zur persönlichen Gestaltung. Wir befanden uns in einem Stadtteil von Potsdam,   der ganz im holländischen Stil erbaut war, wunderschön restauriert, sehr ursprünglich und mit vielen gemütlichen Restaurants, in denen wir lecker speisen konnten. In der Stadt, viele Villen im Grünen, wohnt standesgemäß auch Günther Jauch, der die Restaurierung eines größeren Gebäudes in Potsdam finanziert hat. Potsdam ist wirklich eine Stadt, in der man sich wohl fühlen kann. Mit städtischem und ländlichem Charakter, nahe der Großstadt Berlin. Nun ging es wieder zurück nach Berlin. Sonja Wolf, unsere sympathische Berliner Reisebegleiterin, hatte sich mit der Theaterkasse des „Friedrichstadt Palast“ in Verbindung gesetzt, und für 13 Personen unserer Reisegruppe preiswerte Karten für die Abendvorstellung an der Abendkasse erworben. Die „Theater-Gruppe“ wurde in der Nähe des Theaters abgesetzt, die restliche Busbesatzung fuhr zurück ins Hotel. Hier traf man sich nach dem Abendessen und einer kleinen Ruhe-pause an der Hotelbar. Bei einigen leckeren Bierchen ließen wir diesen erlebnisreichen Tag langsam ausklingen. Am anderen Morgen beim Frühstück erzählten die Theaterbesucher von der tollen Vorstellung die sie erlebt hatten, und  machten die übrigen etwas neidisch auf das Versäumte.               

Freitag der 11.4. 2014
Heute stehen einige besondere Punkte auf dem Programm. Josef Nathan hatte die Reise wieder minutiös geplant und u.a. einen Besuchstermin im Reichstag angemeldet. Wir konnten ohne  Wartezeit, nach eingehender Körper- und Ausweiskontrolle, wie auf dem  Flughafen (Messer mussten abgegeben werden) die Sperren passieren, und ab ging es mit einem großen, gläsernen Aufzug in die Kuppel des Reichstages. Oben angekommen erhielten wir ein Gerät, über welches dann die Erklärungen zum Bauwerk abgehört werden konnten. Der erste Eindruck von dieser gewaltigen Kuppel war schon enorm. Ich musste daran denken, dass mir ein Neffe aus dem Bayrischen Wald, seinerzeit vom Bau der Kuppel erzählte; dass der Betrieb in dem er beschäftigt war, viele Verstrebungen aus Aluminium für die Kuppel hergestellt hat, und er u.a. auch daran beteiligt war. Nach meinem eigenen Augenschein und einem kleinen Einblick in die Technik dieses Bauwerks, muss ich schon sagen, das ist schon eine reife Ingenieurleistung, solch ein Kunstwerk zu planen und zu errichten. Die Zeit der Kuppelbesichtigung, auch für „Fußkranke“ ein Kinderspiel was die Steigungen der Rampen betrifft, war begrenzt. Ein wichtiger und interessanter Besuchspunkt stand jetzt auf dem Plan. Wir waren von dem CDU Bundestagsabgeordneten für den Rhein-Erft-Kreis, Dr. Georg Kippels, in das unweit vom Reichstag gele-gene Abgeordneten-haus ,in dem er sein Büro hat, zu einem Besuch eingeladen. Die Mitarbeiterin des „MdB´s“ holte uns am vereinbarten Treffpunkt „Wache Reichstag“ ab, und nun ging es im Gänsemarsch Richtung Abgeordnetenhaus. Beim Vollzähligkeitsappell wurde festgestellt, dass ein weibliches Gruppenmitglied fehlte. Agnes Nießen, eine unserer Seniorinnen war abgängig. Große Frage: „Wo ist Agnes?“; denn am Eingang zum Reichstag ist einiges los. Eine Besuchergruppe nach dem anderen zieht vorbei. Wir aber mussten weiter, denn Herr Dr. Kippels wartete ja auf uns im Abgeordnetenhaus. Auch hier mussten wir wieder durch eine Personenkontrolle, die genau so gründlich war wie im Reichstag. Wir nahmen an, dass Agnes sich verlaufen hatte. Peter und Liesel Hamacher sowie Hannelore Nathan bezogen Posten an dem vereinbarten Treffpunkt “Wache Reichstag“, um sie evtl. bei einer Verspätung zu finden. Leider ohne Erfolg, Agnes tauchte nicht wieder auf. Wir befanden uns inzwischen in einem Vortragsraum, in dem uns Dr. Kippels sehr anschaulich und für alle verständlich, von den Aufgaben und Pflichten eines Bundestagsabgeordneten, sowie den Abläufen im Abgeordnetenhaus berichtete. Der Vortrag hat mir sehr gut gefallen, weil er uns einen Einblick in die Arbeitsweise, Aufgaben und Abläufe eines Bundestags-abgeordneten erläuterte. Dies einmal an Ort und Stelle, und nicht nur im Fernsehen zu erleben, war für uns, in der sehr lebendig und ausführlich vorgetragenen Art und Weise, alle  sehr interessant. An dieser Stelle nochmals einen besonderen Dank an den CDU Abgeordneten Dr. Georg Kippels. Nun nochmal kurz zu unser verloren gegangenen Kameradin. Es stellte sich dann im Laufe der Zeit heraus, dass Agnes an diesem Tag unpässlich war, die Gruppe aus den Augen verloren hatte, ihr Handy war abgeschaltet (mich ruft sowieso niemand an) und kurz entschlossen mit einem Taxi zum Hotel zurückgefahren ist. Von dort die Meldung an Josef: „Sie ist im Hotel“. Also ! „ Ende gut, alles gut“. Wir waren wieder vollzählig. Nach dem Besuch des Abgeordnetenhauses, ein etwas längerer Fußweg entlang der Spree, zum Bootsanleger der Reederei „Stern und Kreis“, um dort das „MS Sanssouci 441“ für eine große Rundfahrt über die Spree und den Landwehrkanal zu entern.
Dieses Mal war es eine Stadtrundfahrt zu Wasser, mit ganz neuen und andere Perspektiven. Wir haben vom Wasser aus viele Sehenswürdigkeiten gesehen, an denen wir bei der Bustour morgens nicht vorbei gekommen sind. Beeindruckt hat mich u.a. ein Original Mauerstück von ca. einem Kilometer Länge am Landwehrkanal, bunt bemalt aber trotzdem noch gespenstig. Ich habe Berlin zu DDR-Zeiten nie erlebt und konnte mir deshalb die Gesamtmauer nur in meiner Fantasie vorstellen. Bei der Bootsfahrt ist mir auch die Größe und Weitläufigkeit von Berlin so richtig bewusst geworden. Ich denke um Berlin besser zu erfassen, sind unbedingt mehrere Besuche erforderlich. Wer weiß, vielleicht ergibt sich ja für mich noch einmal eine andere Besuchsmöglichkeit. Das zur schönen Bootsfahrt. Schließlich gehört auf unseren Ausflügen etwas maritimes  immer mit ins Programm, und was ist geeigneter als Berlin mit seinen vielen Wasserwegen.                                         

Wo gehn wa heute ahmt hin??
Auch diese Frage hatte Josef natürlich im Vorfeld der Reise geplant und organisiert. Wir fuhren in das Brauhaus Rixdorf, wo ausreichend Platz für uns reserviert war, um in diesem historischen Gebäude mit liebevoll restaurierten Räumen, in gemütlicher Runde unser Abendessen einzunehmen. Da es sich um ein Brauhaus handelte, gab es natürlich eine deftige Küche. Einige konnten der Versuchung nicht widerstehen und bestellten sich eine knusprige Rixdorfer Haxe. Dieses Gericht, auch von Norbert Borner bestellt, könnt ihr auf dem schönen Foto bewundern. Vor allem die Miene seiner Frau Siglinde bei der Betrachtung dieses„ Riesending“ spricht Bände. Wir sind nach dem Abendessen wieder geschlossen mit dem Bus ins Hotel gefahren ,da es zwischenzeitlich tüchtig regnete. Die Hotelbar erlebte an diesem Abend keinen Ansturm mehr; denn der vergangene Tag war mit Erlebnissen und Eindrücken überreich ausgefüllt. Ja, wenn Josef und Co. eine Reise plant und organisiert, dann kannst du was erleben. Egal, ob Fahrt in Nord - Ost - Süd - oder West, Josef & Co. ist der Best.                               

Samstag der 12.4.2014
Frühstück, wie auch in den vergangenen Tagen, lecker und zufriedenstellend. Wir sind gestärkt und freuen uns auf den neuen Tag. Das Wetter ist prima. Was steht heute an? Wieder ist etwas auf dem Wasser geplant. Diese Tour habt ihr sicher schon alle einmal im Fernseher gesehen. Die Fahrt geht  nach Lübbenau zu einer Bootsfahrt auf den Kanälen im Spreewald. Zuerst ging  es mit dem Bus über die Autobahn, vorbei an dem alten DDR Flughafen Berlin- Schönefeld der in Betrieb ist, nicht weit weg davon der neue Berliner Flughafen, der noch immer nicht läuft. Die Landschaft ist recht eintönig. Außer Felder, Wiesen und Wald gibt es nichts zu sehen. In dem kleinen idyllischen Ort Lübbenau angekommen, wartet eine Überraschung auf uns. Das Kommando hieß absitzen, und Platz nehmen in einem Bimmel Bähnchen, welches auf dem Parkplatz  neben dem Bus auf uns wartet. Jetzt ging es in gemütlicher Zockelfahrt über Kopfsteinpflasterstraßen, dem malerischen kleinen Ort entgegen, zur Anlegestelle der Spreewaldkähne. Selbstverständlich hatte Josef auch hier wieder alles generalstabsmäßig vorgeplant, sodass die Kahnführer mit ihren Kähnen unsere MK-Truppe erwartete. Die Kahnführer waren dann beim Besteigen der Boote behilflich, reichten eine kleine Treppe an wo es erforderlich war, und gaben dann noch einige Erläuterungen, bevor wir „in die Kanäle gestochen“ sind. Das in den Kanal stechen ist wörtlich zu nehmen, denn die Bootsführer stehen am Heck des Kahns mit einer langen Stange, um das lange  „Wasserfahrzeug“ durch staken zu steuern und vorwärts zu bewegen. Die Boote verfügen über kein Ruder. Hier ist also einiges Geschick erforderlich. Vor allem bei Gegenverkehr und den vielen Sportbooten, die sich ebenfalls in den schmalen Kanälen tummeln. Die Wasserstände der Kanäle werden über Schleusen reguliert. Dadurch ist es möglich, bei einer relativ  gleichmäßigen Tiefe von ca. einem Meter, die Kähne mit einer Stange zu bewegen. Die Kahnführer unterstehen einem strengen Regelement, was die Ausbildung und Wasserstraßenordnung betrifft. Nicht  jeder der möchte, kann so einen „Nachen“ fahren. Es gibt eine richtige Kahnführervereinigung (fast wie die uns bekannte Lotsenbrüderschaft), die über die „Bootsmänner“ wachen, das alles seinen vorgeschriebenen Gang geht. Ohne Prüfung  geht nix. In diesem Gebiet fast ohne Straßen, muss alles mit dem Boot transportiert werden. Selbst die Post hat ein eigenes Boot für die Zustellung und einen eigenen Bootsschuppen. Wir hatten das Glück, auf der Fahrt „die Christel von der Post“ mit ihrem Boot zu treffen. In den Kähnen waren Schmalzbrote, Bier, Limo und kleine Schnapsfläschchen für jeden Geschmack gebunkert. Jeder Passagier konnte sich wunschgemäß selbst versorgen und brauchte keinen Hunger oder Durst zu leiden. Unsere kleine „Armada“  wurde unterwegs in der einmaligen, frühlinghaften Landschaft fotografiert. Auf diesem Foto kann man so richtig erkennen was für ein schönes Erlebnis diese Spreewaldfahrt war. Dass wir unterwegs an einem Gasthaus zum Mittagessen anhielten, möchte ich nicht unerwähnt lassen. Auf der Rückfahrt fuhren wir im Hafen von Lübbenau vorbei wo eine Veranstaltung stattfand,bei der eine Reihe von einheimischen Frauen in Original Spreewälder Trachten auf den Booten zu sehen waren. Dies bei wunderschönem Sonnenschein, wie auf der ganzen Fahrt, war noch einmal etwas ganz Besonderes. Ich glaube, Josef hatte bei der Reiseplanung auch schönes Wetter mit Sonnenschein beim Wettergott bestellt, damit die Spreewaldfahrt in besonders guter Erinnerung bleibt.Bei seinem Organisationstalent traue ich ihm die Wetterabsprache mit „Petrus“ zu. Was ich allerdings nicht gesehen habe, waren Felder, auf denen die berühmten „Spreewaldgurken“ angepflanzt wurden. Wir erkundigten uns danach und erfuhren, dass dies im weiten Umfeld geschieht und nicht unmittelbar im Spreewald. Na ja, man darf das alles nicht so genau nehmen. Es ist eben nicht wie bei unserem Kölsch, welches nur in „Kölle“ gebraut werden darf. Nach der Kahnfahrt hatten wir „Freigang“ nach Lust und Laune in Lübbenau. Hier waren  einige Verkaufsstände mit Kunsthandwerk und Sonstigem  aufgebaut. Die Geschäfte hatten geöffnet und luden zum bummeln und verweilen ein. Ich war mit einigen anderen in einem Kaffee gelandet, in dem es „Mohntorte“ gab. Eine Tortenart, die ich bisher noch nie gegessen hatte, aber wieder essen würde.                                   
Voller schöner Eindrücke ging es wieder zurück nach Berlin, in unser „Parkhotel BLUB“. Früher war einmal eine Badeanstalt in der Nähe dieses Hotels, daher der lustige Name. Dort angekommen, gab es nach kurzer Verschnaufpause das Abendessen. Wie bisher ein reichhaltiges Buffet, an dem jeder für seinen Geschmack etwas finden konnte. Ich hatte mich nach dem Abendessen auf mein Zimmer zurückgezogen, weil ich schon die ganzen zurückliegenden Tage mit einer Erkältung und meiner Nase zu kämpfen hatte, nach dem alten VW Werbespruch „sie (er) läuft und läuft und läuft“. Dabei ging es mir dann wieder wie in Laboe oder Travemünde, dass ich bei der Abendrunde an der Hotelbar nicht dabei war, wie da die Post abging. Volker Müller packte seine Quetsch aus und nun wurde zusammen mit den anwesenden Shanty-Chor-Sängern Musik gemacht.

Der Abend an der Hotelbar muss „megageil“ und „voll gut“ gewesen sein, was auch vom anwesenden  Hotelmanager mit einer Runde belohnt wurde. Dieser Abend war für alle, die daran teilgenommen haben, ein schöner Abschluss einer sehr schönen Reise.                                  

Von der Rückfahrt gibt es nicht viel zu berichten. Da wir Sonntag zurückfuhren, waren die Autobahnen frei, und Werner, unser Busfahrer, konnte seinen Bus bis zum Anschlag ausfahren. Wohlbehalten landeten wir alle wieder  in unserem Heimathafen Frechen, vollgepackt mit vielen schönen Eindrücken und Erlebnissen.                                 

Liebe Mitreisende, ihr werdet sicher gerne alle zusammen mit mir in ein großes „DANKESCHÖN“ an Josef  und Hannelore Nathan sowie die anderen fleißigen Helfer, einstimmen, die für uns diese tolle Städtefahrt organisiert und durchgeführt haben.                                     

Etwas möchte ich zum Schluss noch loswerden: „Lasst bitte in Zukunft Josef nicht mehr so lange auf eure Zusage zur Teilnahme an einer solch großen Tour warten.“ (Das schont Nerven und macht das Organisieren leichter). Ich denke, wenn sich schon jemand von der MK bereit erklärt, solch eine Reise zu einem günstigen Preis zu organisieren, dann kann er auch erwarten, dass sich die Interessenten baldmöglich melden, damit er ausreichend Zeit hat zu planen und zu organisieren, oder aber evtl. auch abzusagen. Denn bei dieser Berlinreise war es eine Zitterpartie, ob sich genügend Teilnehmer finden würden.                    
 
In diesem Sinne alles Gute und noch einen kleinen Spruch in Berliner Dialekt:


Jibt Dir dit Leben mal een Buff, denn weene keene Träne.
Lach Dir´n Ast und setz Dir druff und baumle mit de Beene.

Bericht: Wilfried Möller

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Segeltörn vom 15. Bis 20. Juni 2014

 

Unser Shantychor-Bruder, Wilfried Möller, Mitglied der Tall-Ship-Friends Deutschland e.V., hatte den Törn vorgestellt und in unserem Chor für die Teilnahme geworben.

Dreizehn Mitglieder unseres Chores ließen sich shanghaien, übermannt von Träumen aus alten Zeiten mit Freunden und Kameradschaften auf dem Wasser.                                

Diese Woche sollte Erinnerungen wachrufen, obwohl Beweglichkeit, Fitness und Seemannschaft uns ein wenig einschränkten.

Die Anreise, Sonntag den, 15.06., zum Ausgangshafen Kiel-Holtenau, erfolgte mit zwei Fahrzeugen, wobei einige Engpässe zu bewältigen waren, u.a. der Elbtunnel. Das Wetter spielte mit, der Himmel war blau, die Temperaturen angenehm, alles nach dem Motto:                                      
- ÜBER UNS DER BLAUE HIMMEL -.

Am frühen Nachmittag trafen wir in Holtenau am Tiessenkai ein.

In der Pinte "Das Schifferkaffee" (oder besser bekannt unter Tangodiele) feierten wir Hochzeit mit einigen Flens-Plopp-Flaschen. Die Schiffe, zwei alte Walfänger mit genietetem Rumpf ausf aus dem Jahr 1920, waren zu Dreimastgroßseglern umgebaut worden. Wir schifften ein und lernten weitere Mitsegler kennen. Eine Gruppe aus München sowie eine weitere aus Berlin, alle mit dem Segelvirus infiziert, summierten sich mit uns auf rund 30 Mitsegler.                                  

Nach der letzten Runde enterten wir unsere Kabiene, jeweils mit zwei Kojen belegt. Die lustigen Bilder beim Entern der Kojen konnten leider nicht festgehalten werden, bleiben also allen Lesern erspart.     

Am  Morgen  ging's  nach  dem  Frühstück  an  Deck,  Käpten, Rene'  Ypenga, (ein begnadeter Regattasegler),  stellte seine eingespielte Crew, (drei   männliche  sowie  zwei   weibliche), Besatzungsmitglieder vor,  die sich um unser Wohlbefinden und unsere Sicherheit kümmerten. Er sprach über das Verhalten auf dem Schiff und die Seemannschaft wurde aufgefrischt, so dass wir mit unserem Schwesterschiff ATLANTIS bald ablegen konnten. Vorbei am Ehrenmal Laboe steuerten wir den Leuchtturm der Kieler Förde an und segelten weiter in nördliche Richtung mit Zielhafen Sønderborg. Ein wunderschöner Tag mit angenehmen Temperaturen und Bildern lag vor uns. Segelsetzen mit dem Verholen und Pieren von Schoten und Fallen waren unsere Tagesbeschäftigung. Erforderliche Sonnencremes und Sonnenbrillen wurden dabei nicht vergessen.

Abends legten wir in Sønderborg einem blitzsauberen Hafenstädtchen, mit der ATLANTIS im Päckchen an.Nach dem Festmachen nahmen wir unser Essen in der Messe ein. Der Smutje überzeugte uns mit seinem Können. Nach dem Stadtrundgang trafen wir uns in der Messe. Als große Überraschung wurde von der Crew und einem Mitsegler die Übertragung des WM-Spiels Deutschland gegen Portugal mit Hilfe eines Tablet/Smartphone, Beamer und einer Schüssel phasenweise ermöglicht. Der 4:0 Sieg wurde natürlich bejubelt. Nach einem oder mehreren Bieren ließen wir den Tag ausklingen.                               
                                                          
LICHT AUS UND RUH IM SCHIFF II

Am Folgetag, Dienstag, den 17.06., legten wir mit der ARTEMIS nach dem Frühstück in Richtung ASSENS ab. Zwei Brücken waren zu passieren, zuerst eine Straßenklappbrücke, die nur jede volle Stunde betätigt wurde, sowie einen Kilometer weiter eine Straßenhochbrücke, die wir mit unseren ca. 32-Meter Masten unterqueren mussten. Bei diesem Manöver musste der Bootsmann In die Mastspitze entern, damit der Kapitän genau unter der Markierung der Brücke durchfahren konnte, weil nur ca. 50-cm Platz zwischen Mastspitze und Brücke vorhanden waren.An beiden Tagen hatte sich außerdem herausgestellt, dass wir nicht nur einen guten Kapitän und Bootsmann an Bord hatten, sondern mit unserem Bert einen Allrounder, der beide Personen in sich vereinte. Bert war über die gesamte Dauer des Törns immer da, wo eine Hand oder ein Mann fehlte. Einfach super!!!

Das Wetter war angenehm, wir ankerten und übten das Aussetzen von Beibooten. Fotos wurden gemacht bevor wir weitersegelten. Am Abend erreichten wir ASSENS. Wiederum ein freundliches, kleines Hafenstädtchen. Nach dem Essen erfolgte der obligatorische Stadtrundgang (4 größere Straßen mit einer Kirche, einem Denkmal und einigen kleinen Geschäften).

Nach Rückkehr in die Messe nahmen wir ein paar Gerstenkaltschalen zu uns. Die Mitsegler hatten erfahren, dass wir Mitglieder eines Shanty Chors waren und forderten uns zu Gesangsproben auf, dem  wir mit einigen holprigen Vorträgen auch nachkamen. Unser Großadmira Volker fehlte uns doch sehr.                                 
                                                             
Am Mittwoch, den 18.06., legten wir in ASSENS ab. Bei frischem Wind segelten wir an der Küste Fünens entlang, im sportlichen Regatta-Wettkampf mit der Atlantis. In einer Bucht ankerten wir und bildeten mit der Atlantis ein Päckchen, wobei die Artemis in Fischerfähnchen gekenn-zeichnete Reusen hineinfuhr.
                                                    
Nach dem Festmachen wurden wir vom Smutje der ATLANTIS zu einem gemeinschaftlichen Barbecue eingeladen. Das Wetter hatte sich etwas zugezogen, so dass wir unter Persenningen und unter Deck das vorzügliche Essen zu uns nahmen. Die folgenden Pilsken taten ihr Übriges. Erneute Gesangsversuche endeten wegen gelähmter Zungen.                                         

Am Donnerstag, den 19.06. legte zuerst die ATLANTIS ab. Wir von der Artemis mussten uns beim Anker lichten erst von den Fischernetzen befreien, hierbei wurden einige Schollen für das Abendessen geborgen. Nach dem Frühstück setzten wir Segel. Die ATLANTIS war schon weit von uns entfernt. Käpten Ypenga gab Kommandos Segel zu setzen, um die Regatta gegen die Atlantis auf zunehmen um als Sieger beendet werden konnten. Die Wetterbedingungen fürs Segeln waren einfach optimal. Es wurden alle Segel gesetzt. Das Schiff lag stabil in starker Schräglage, es knarrte, ächzte und heulte auf dem Windjammer. Ein große Erlebnis für alle Segler. Der Wind brieste auf, und zwar auf Windstärken zwischen acht und neun. Die es ermöglichten mit 10-11 Knoten und einer Krängung von 23-24 Grad zu Segeln. An Deck mussten Sturmseile gespannt werden, damit kein Segler verloren ging.
                      
Der Teufel war hinter uns her.

Vor dem Leuchtturm Kieler Förde hatten wir dann die ATLANTIS eingeholt und liefen Stolz und mit Jubel vorbei zum Tiessenkai. Hier ankerten in langer Reihe viele Segler,  die zur Kieler Woche angereist  waren. Hinter uns segelte die neue Alexander von Humboldt, so dass wir in guter Gesellschaft waren. Nach dem Anlegen am Tiessenkai  endete ein wunderschöner Törn.                             
                          
Am Freitag, den 20.06., verabschiedeten wir uns bei der Crew und den Mitseglern, danach gingen wir von Bord. Die Rückfahrt war etwas zähflüssig und brachte uns zur Realität zurück.

ALOHA OE; ALOHA OE;                                           
WER WEIß, WANN WIR UNS EINMAL WIEDER SEH’N.

Bericht: Helmut May

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Besuch des Landtag von NRW am 3. Juli 2014

Wieder war die MK – Frechen einer Einladung in ein Entscheidungszentrum der großen Politik gefolgt. Nach dem Besuch des Bundestages in Berlin im Monat Mai d.J. beim MdB Dr. Georg Kippels, hatte uns jetzt die CDU-Abgeordnete des Landtages NRW Rita Klöpper eingeladen. Gerne sind wir auch dieser Einladung gefolgt, um auch das „Hohe Haus“ unseres NRW Landtages in der „schönen“ Stadt Düsseldorf, mit seinen Sälen für die Sitzungen der einzelnen Ausschüsse und den Plenarsaal mit den festen Plätzen für die Abgeordneten, der in den Landtag gewählten Parteien kennen zu lernen. Selbstverständlich waren wir auch neugierig zu erfahren, in welchem Umfeld sich Frau Rita Klöpper bei ihrer politischen Arbeit als Mitglied des Landtages denn so tagtäglich bewegt, und sich mit Problemen der NRW Bürgerschaft und der Politik beschäftigt.
Wir kennen zwar Frau Klöpper durch viele Besuche als gern gesehener Gast bei unseren Vereinsveranstaltungen - aber sie sozusagen an ihrem Arbeitsplatz einmal persönlich selbst zu erleben, ist doch etwas anderes.
Frau Rita Klöpper ist Vorsitzende des Petitionsausschuss im NRW Landtag mit seinem breit gefächerten Aufgabengebiet. Diesen Petitionsausschuss, habe ich gelernt, gibt es in dieser Form nur in NRW und nicht in den anderen Bundesländern und ist auch nur für Bürger aus NRW zuständig. Im Artikel 17 des Grundgesetz ist festgelegt, dass jedermann das Recht hat sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen, mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und an die Volksvertretung zu wenden.                             
Liebe Leser Ihr könnt Euch ja vorstellen, mit welch unterschiedlichen Bitten und Beschwerden, zum Teil auch sehr skurrilen Dingen sich der Ausschuss beschäftigen muss. Die einzelnen Parteien entsenden jeweils einen sachkundigen Abgeordneten in dieses Gremium. Frau Klöpper, man nennt sie wohl auch „Mutter Theresa“, muss dann bei Divergenzen, Einstimmigkeit herstellen. Ich denke, das ist sicher nicht immer ganz leicht. Nun, als Politikerin kann man leider nicht heilig gesprochen werden. Insoweit besteht schon ein kleiner Unterschied zu „Mutter Theresa“ - auch wenn Frau Klöpper ihre Sache sehr gut macht.
(Eigentlich schade, Bachem mit einer eigenen Heiligen, das wäre doch was.)                            
Spaß beiseite, die ganze Planung des Besuches im Landtag von NRW, wurde von Monika Schülgen, einer Mitarbeiterin von Frau Klöpper, organisiert. Der Bus der Firma Ehwald holte uns pünktlich um10.45 Uhr in Bachem ab und fuhr uns auf Schleichwegen nach Düsseldorf, wo wir schon erwartet wurden. Nach der üblichen Personenkontrolle, nicht ganz so gründlich wie in Berlin, ging es auf die Zuschauertribünen des Plenarsaals. Dort hatten wir dann Gelegenheit in ein ziemlich leeres Plenum herunterzusehen, und einigen Redebeiträgen zuzuhören. Unsere Ministerpräsidentin, Hannelore Kraft, und der uns allen durch den Ankauf der Steuer CD´s bekannte Finanzministe, Dr. Norbert-Walter Borjans, saßen allerdings in der ersten Reihe der SPD-Bänke. Somit haben wir zwar nicht so viele Abgeordnete der einzelnen Fraktionen, aber doch einige wichtige Politiker unserer derzeitigen Landesregierung gesehen. Die fehlenden Abgeordneten, so erfuhren wir , waren wohl in Ausschusssitzungen, oder vielleicht auch woanders. Anschließend, in einem Sitzungssaal, an einem großen, runden Tisch mit Mikrofonen, nahmen wir dann alle Platz, und konnten uns dann ein wenig wie „Laienpolitiker“ fühlen. Frau Klöpper, zurück von einer Besprechung, moderierte dann über ihre Arbeit im Landtag, und die zum Teil doch recht große Belastung durch die vielen unterschiedlichen Termine von morgens bis abends, die als Abgeordneter wahrgenommen werden müssen. Die Zeit war genau bemessen, ein Saalordner kam herein und erinnerte daran, die Gespräche zu beenden. Eigentlich schade, wir waren gerade so schön in eine Diskussion vertieft. Das ist eben das Diktat der unbestechlichen Uhr, die den Takt der festgelegten Termine bestimmt. Wir begaben uns in das Foyer des Landtages, enterten eine Treppe, die zu den Abgeordneten-Büros führte, verscheuchten unsere Frauen von der Treppe, die uns gefolgt waren, und nahmen Aufstellung nach Anweisung unsers Chorleiters Volker Müller. Denn wir wollten im Landtag Musik machen. Als die ersten Töne des Akkordeons, gespielt von Volker, erklangen, und dann wir Shanty-Sänger unser Vereinslied „Wir sind die Leichtmatrosen aus Frechen“ anstimmten, zogen wir die gesamte Aufmerksamkeit des mit vielen Besuchern gefüllten Landtags-Foyers auf uns, und wurden mit viel Applaus bedacht. Wir hatten das Lied noch nicht ganz zu Ende gesungen, kam eine Mitarbeiterin von SPD Finanzminister Dr. Norbert-Walter Bornjans die Treppe von oben herunter und bat uns um Beendigung des Gesangs, da ihr Chef z.Zt. ein Interview geben würde und die Musik störe. Volker, nicht bange, stimmte das nächste Lied an und wir sangen, wie immer, wenn das Akkordeon erklingt. Ich muss gestehen, wir haben so schnell gesungen, wie Volker sich das immer wünscht, damit wir bald zu Ende kamen; denn wir sahen, dass Frau Klöpper mittlerweile auch etwas nervös wurde. Insgesamt aber ein schöner Spaß für uns; denn wir können jetzt sagen, wir sind nicht nur bekannt durch Auftritte in Altenheimen, Krankenhäusern, Goldhochzeiten usw., sondern auch im Landtag von NRW. Frau Klöpper, danke für Ihren Mut, dass wir das durften. Danach ging es nach unten in die Landtagskantine, wo wir mit Kaffee und Kuchen bewirtet wurden. Nach dieser Stärkung ging es wieder zurück nach Frechen. Ein schöner Abschluss dieses Tages, wobei alle Kosten einschl. des Busses von der Landtagsabgeordneten der CDU Frau Rita Klöpper übernommen wurden. Wir möchten uns an dieser Stelle vielmals für Ihre Einladung bedanken und freuen uns schon darauf, sie bei einer unserer nächsten MK-Veranstaltung in Bachem wieder zu treffen.                                             

Bericht: Wilfried Möller

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Weihnachtsfeier am 13.12.2014 im Pfarrsaal von St. Audomar


Elf Tage vor Heiligabend traf sich auch in diesem Jahr wieder die große MK-Familie mit ihrem Anhang und vielen Gästen zur traditionellen Weihnachtsfeier in dem festlich geschmückten Pfarrsaal von St. Audomar.

Viele fleißige Hände hatten alles bestens geschmückt und einige schöne Dekostücke aus unserem Marineheim mit ausgestellt, so dass man beim Betreten des Raumes sofort eine anheimelnde, gemütliche und vertraute Atmosphäre verspürte. Die Organisationsleiter, unsere Kameraden vom Vorstand, Josef Nathan, Eugen Kolberg, Volker Müller und Bert de Roode, konnten wieder viele Gäste und Mitglieder begrüßen, die der Einladung gefolgt waren.                   
                     
Unser 1. Vorsitzender, Eugen Kolberg, eröffnete mit launigen und nachdenklichen Worten, in sehr aufgeräumter Art und Weise, die Weihnachtsfeier. Er begrüßte hierbei in bunter Reihenfolge: Frau Susanne Stupp CDU, Herrn Ferdi Huck SPD (beide Bürgermeisterkandidaten bei der nächsten Wahl 2015), Herrn Eilenberg Fraktionsvorsitzender der SPD, Frau Dr. Knecht CDU–Vorsitzende von Bachem und einige Mitglieder des Stadtrates von Frechen, sowie Prof. Dr. med. Ziad Fahmy mit seiner Gattin Marianne, die den weitesten Anreiseweg hatten,  alle als gern gesehene Gäste, die den Weg zu unserer Weihnachtsfeier gefunden hatten.

Besonders begrüßt wurden auch die Ehrenmitglieder Franz Becker und Stephan Kitselar (der erst am Vortag aus dem Krankenhaus gekommen war), ebenso wie Herrn Dr. Sommer, als Vorsitzender des Kirchenvorstandes von St. Audomar Frechen.
Ein besonderer Gruß galt auch unserem MK-Kameraden Peter Hamacher, der in der Session 2014/15 als Jungfrau im Bachemer Dreigestirn die Menschen erfreuen wird. Da das Dreigestirn bereits proklamiert ist, wünschen wir dem ganzen „Schmölzje“ alles Gute und viel Spaß an der Freud.                          

Nun wurde der Shanty-Chor von unserem Chorleiter Volker Müller aufgerufen, zur Unterhaltung der Gäste und Einstimmung auf das Weihnachtsfest einige Lieder zum Besten zu geben. Die vollzählig erschienenen Chorsänger nahmen ihre gewohnte Formation ein, und sangen mit der Akkordeonbegleitung von Volker altbekannte und maritime Weihnachtslieder. Da der Chor für das Weihnachtskonzert am vierten Advent in der Kirche St. Audomar Frechen fleißig geübt hatte, hat der Gesangsvortrag meiner Meinung nach ganz gut geklappt.

Als nächster Programmpunkt standen jetzt ver-schiedene Ehrungen auf der Tagesordnung. Eine besondere Ehrung für 50 jährige Mitgliedschaft im DMB und der MK-Frechen galt unserem Vorsitzenden Eugen Kolberg, gefolgt von 40 jähriger Mitgliedschaft im DMB von Karl Daschner und je 10 Jahren von Günther Breuer und Hubert Duwe-Wolf. Herzliche Gratulation für eure Treue und Beständigkeit, die jeweils mit einer entsprechenden Urkunde vom DMB gewürdigt wurde. Die Ehrungen wurden in Vertretung des DMB Landesvorsitzenden, der leider verhindert war, von Vorstandsmitgliedern der MK-Frechen vorgenommen.

Weiter ging es im Programm:                              
Waren es zuvor vier männliche Kollegen, die geehrt bzw. ausgezeichnet wurden, so wurden nun zwei weibliche Kameradinnen nach vorn an die Mikrofone gerufen. Hierbei handelte es sich um Helga Griesbach und Barbara Wollenhaupt, die beide entschlossen hatten, der MK als Vollmitglied beizutreten. Liebe Kameradinnen, seid herzlich willkommen in unseren Reihen. Beide erhielten die Aufnahmebestätigung und Anstecknadel des DMB ausgehändigt und sind jetzt berechtigt, bei Wahlen mit abzustimmen, sich bei Versammlungen zu Wort zu melden, sowie Beitrag zu zahlen.

Der offizielle Teil war nun vorbei.                               
Wie auch in den vergangenen Jahren kam jetzt das Kommando: „Das Buffet ist eröffnet“ bzw.: „Backschaft frei“. Dieses Kommando wurde nur zu gerne von allen Anwesenden umgehend befolgt. Demgemäß bildete sich wie üblich eine lange Schlange vor dem von Gisela Kolberg mit ihren Helfern reichhaltig bestücktem Buffet. Der Knaller war dieses Jahr der „Suurbrode met rudem Kappes und Knödel“.                                     
                                 
Liebe Gisela, da die Nachfrage so groß war und dadurch nicht alle bedient werden konnten (einige hatten auch mehrere Scheiben Sauerbraten geordert), würde ich vorschlagen, dieses „einfach köstliche Gericht“ nächstes Jahr wieder in deine Buffetplanung aufzunehmen. Danke für deine viele Arbeit und deine Kochkunst.
 
Nach dem lukullischen Abendessen gab es genügend Zeit, um „e besje de Schnüss zo schwade“ und auf den Besuch des Nikolaus zu warten. Pünktlich wie immer, betrat der heilige Mann den Raum und wurde mit dem Lied „Nikolaus komm in unser Haus,…“ herzlich begrüßt. Auch in diesem Jahr konnte die Rute wegbleiben; denn es gab viel mehr Lob wie Tadel. Besonders der Einsatz unserer MK „Damenriege“ bei den häufigen Vereinsveranstaltungen, war in seinem goldenen Buch ganz besonders positiv vermerkt. Die Anwesenden quittierten diese Erwähnung mit einem bestätigenden kräftigen Applaus.                   

Einen Tadel hatte er allerdings vorzutragen, und zwar betraf er den unwahrscheinlich kommunikativen Ralf Steven, der ein ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis hat, und seinen Kameraden unbedingt bei den Proben über die neuesten Ereignisse  informieren muss. Auch dann noch, wenn unser Chorleiter schon mehrfach zu Ruhe und Konzentration aufgefordert hat. Aber so ist er eben unser Ralf, ich glaube dass es schwierig ist das zu ändern.

Nachdem der Nikolaus teils ernste, teils lustige Geschichten vorgetragen hatte, rief er die zwei Enkel von Eugen Kolberg, Phil Cornel und sein Schwesterchen Pia Klauke, zu sich nach vorne. Er hatte in seinem goldenen Buch so einige Dinge verzeichnet, die sich im kommenden Jahr bessern müssten. Die beiden standen wie die reinen „Unschuldslämmer“ andächtig und ehrfürchtig vor dem Nikolaus und hörten sich die Worte an. Ich habe mir nur im Stillen gedacht, was mag in den Kindern vor sich gehen, zumal Opa Eugen mit Bischofsstab und großen Geschenkpaketen neben dem Nikolaus stand. Ich denke, sie haben sicherlich eher nach den Geschenken geschielt, als dem Nikolaus richtig zuzuhören. Aber wer kann das schon richtig deuten? Ich diesem Zusammenhang kann ich mich an den Besuch des Nikolaus in meiner Kindheit bei uns zu Hause erinnern, der mir damals unheimlichen Respekt einflößte. Der Nikolaus erschien damals in Begleitung des schwarzen Hans Muff mit Sack, Rute und klirrender Kette. Und oh Graus, aus dem Sack, den der Hans Muff auf dem Rücken trug, schauten zwei Kinderbeine ohne Schuhe heraus, bekleidet mit langen braunen Wollstrümpfen, wie ich sie damals auch getragen habe (mit Leibchen). Da ich selbstver-ständlich auch nicht immer brav gewesen war, bekam ich vom Nikolaus ganz schön die Leviten gelesen. Mit dem Hinweis, dass Kinder, die nicht auf die Eltern hörten, mitgenommen würden. Nachdem ich dem Nikolaus dann ein Gedicht aufgesagt hatte (wofür ich lange und widerwillig geübt hatte), bekam ich dann doch eine milde Gabe. Ja liebe Leser, das waren damals schon recht makabre Sitten, auf die Erziehung der Kinder einzuwirken. Das ist ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit meiner Kindertage vor über 60 Jahren. Der Besuch dieser beiden Gestalten war so eindrucksvoll und nachhaltig, dass er bis heute in meiner Erinnerung ist.                                       

Nun wieder zurück zu unserer Weihnachtsfeier.
Nach Verabschiedung des Nikolaus und Durchführung der obligatorischen Sammlung für bedürftige Mitbürger, die dem Nikolaus übergeben wurde, kündigt sich ein besonderer Programmpunkt an. Fremde Männer tuscheln mit unserem “ Ton-Ingenieur“ Volker Müller (Junge was der alles kann!), schleppen jede Menge Instrumente und sonstige Dinge zur Bühne und begannen mit dem Aufbau. Die Spannung stieg, bis Josef Nathan das Mikrofon ergriff und uns aufklärt, was uns nun erwartet. Es erwarteten uns Melodien zum Träumen, mitsingen und mitmachen, um musikalisch einzutauchen in die russische Seele. Vorgetragen vom NEWA-QUARTETT aus St. Petersburg. Das Quartett trat zwar nur mit drei Akteuren auf, weil ein Kollege krank war. Das Fehlen eines Mitwirkenden wurde aber durch die eindrucksvolle Präsens der Allrounder so gut ausgeglichen, dass es eine große Freude war, diesen „Russen“ zuzuhören und ihren Aktionen zuzusehen. Ihre kraftvollen Liedvorträge vieler bekannter „Ohrwürmer“ und die virtuose Spielleidenschaft, haben die Anwesenden wirklich mitgenommen auf eine musikalische Reise durch Russland. In mir wurden Bilder wach, die mich an eine Schiffsreise nach St. Petersburg im vorigen Jahr erinnerten. Einfach toll, wie die drei „Burschen“ mit ihrer ungestümen Spielweise

die Instrumente zum harmonischen Klingen brachten. Es war nicht nur ein Bajan (die russische Quetsch), die große und kleine Balalaika, eine singende Säge, die zum Einsatz kamen, sondern Panflöte, Trommel, ein klingender alter Herrenstiefel etc. Es war einfach ein riesiger Spaß, der vom Publikum mit donnerndem Applaus belohnt wurde. Die Leute im Saal standen auf, wie „Mann“ und auch“ Frau“, um diese Leistung zu würdigen. Plötzlich, ein Musikstück war beendet, schwärmte einer der „wilden Burschen“ von der Bühne ins Publikum und suchte sich eine Kandidatin aus, die er mit auf die Bühne nahm. Es war unsere Kameradin Rita Daschner, welcher er die „Flötentöne“ beibringen wollte, wie sich dann herausstellte. Nur es handelte sich hierbei nicht um eine Flöte, sondern um ein

singende „Säge“. Rita wurde nun eingewiesen, wie dieses exotische Instrument mit einem Geigenbogen, eingeklemmt zwischen den Oberschenkeln und der linken Hand, zum Klingen gebracht wird. Rita konzentriert und schnell lernfähig, hatte den Bogen im wahrsten Sinne schnell raus und entlockte der „Säge“ zur allgemeinen Erheiterung lustige Töne. Zwar etwas schräg, aber durchaus ausbaufähig. Genauso geschah die Einweisung in das Spiel auf einem Xylophon, was im Anschluss mit zwei der Musiker eingeübt wurde. Die Instrumentenprobe war so erfolgreich, dass Rita zusammen mit den Musikanten auf der Bühne musizierte, und nach erfolgreichem Vortrag unter Applaus wieder auf ihren Platz geleitet wurde. Nun lieber Karl, wie du gesehen hast, geht deine Frau mit der Säge ganz anders um, wie du das aus Bayern, deiner Heimat, so kennst und gelernt hast, und kommt dabei zu ganz anderen Ergebnissen. Das Programm war beendet und die Musikanten wurden zum Abschluss nochmals mit einem tosenden Applaus, Pfeifen und Trommeln entlassen, nachdem sie noch einige Zugaben gespielt hatten.                                   

Ich komme zum Schluss und sage Dankeschön allen Mitwirkenden, Organisatoren und Helfern der Veranstaltung, vor allem auch der prima Bedienung, bei der man nie auf „dem Trockenen saß“ und die, die den vollen Überblick hatten.                          

Es war für alle Anwesenden eine schöne, gelungene Weihnachtsfeier und man versprach, im kommenden Jahr gerne wiederzukommen.                            

Ich wünsch euch allen “ e jlöksillig Neujohr !“

Text: Wilfried Möller

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